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Ich mach mein Ding

Jeder von uns erfüllt zahlreiche Rollen in seinem Leben. Allen diesen möchten wir gerecht werden. Aber natürlich erwartet der Chef etwas Anderes von uns als der Partner. Kinder benötigen andere Unterstützung als Eltern und Freunde haben wiederum eigene Anforderungen an uns.

Der Begriff der Rollenerwartungen kommt aus der Wissenschaft. Geprägt wurde dieser vor allem vom Soziologen Ralf Dahrendorf, der damit bestimmte Verhaltensweisen beschrieb, die vom Träger einer sozialen Rolle erwartet werden. Dabei geht es in erster Linie um gesellschaftliche Anforderungen an das Individuum – zum Beispiel als Mutter oder als Lehrer – abhängig von Positionen im Gefüge.

Trotz aller Verpflichtungen: Sich frei zu machen ist so wichtig. // Fotos: Pexels

Aber wie bloß alledem gerecht werden? So fühlt sich manch einer durch sein soziales Umfeld unter Druck gesetzt. Denn alle Erwartungen von Familie und Bekannten zu erfüllen, führt oft zu einer Zerreißprobe. Dann kann es helfen, sich auf sich selbst zu besinnen: Was möchte ich? Wie möchte ich sein? Wie möchte ich leben? Auferlegte Wünsche von Anderen engen uns in unserer individuellen Lebensgestaltung ein. Werden sie nicht erfüllt, sind häufig Frust und Unzufriedenheit die Folge. Rücksicht zu nehmen, ist zwar in vielen Situationen wichtig, kann aber in der Masse ebenso belastend sein.

So ist es ratsam, sich nicht in allen Punkten anzupassen und verbiegen zu lassen. Sich freizumachen von allen übermäßigen Erwartungen, ist anfangs zwar gar nicht so leicht, aber fühlt sich am Ende gut an. Frei nach dem Motto von Panikrocker Udo Lindenberg: „Ich mach mein Ding, egal was die anderen sagen.“

Denn die eigenen Bedürfnisse nicht immer zurückstellen zu müssen, bietet ungeahnte Möglichkeiten. Nicht mehr ständig auf die Meinung anderer zu hören, sorgt für ein Gefühl der Selbstbestimmtheit und der Freiheit. Oder mit Lindenberg: „Ich geh meinen Weg, ob gerade ob schräg, das ist egal, ich mach mein Ding.“­

Bunt statt grau!

Die Schuhe sind frisch poliert, auf der Hose zeichnet sich eine akkurate Bügelfalte ab, das Hemd ist glattgebügelt und die Krawatte mit einem ordentlichen Windsorknoten gebunden. Auf zur Arbeit.

Zugegeben, ein Mann im Anzug oder eine Frau im Businesskostüm machen schwer was her. Doch wie viele von uns fühlen sich wirklich wohl in ihrem Arbeitsoutfit? Oft scheint es doch mehr eine Verkleidung zu sein.

Den Alltag bunter gestalten kann so einfach sein. // Fotos: Pexels

Es gibt sicherlich Branchen oder Positionen, in denen wir nur schwer um eine gewisse Kleiderordnung herumkommen. Wer in einer Bank arbeitet, sollte nicht im Hawaiihemd oder mit Basecap seine Kunden beraten. Einem Top-Manager eines Dax-Konzerns bleibt ein Anzug nicht erspart. Jedoch gibt es eine Vielzahl von Arbeitsstellen, wo die Kleidung keine Rolle spielen sollte.

Viele Zwänge erlegen wir uns selbst auf. Statt unserer bequemen weißen Sneaker zwängen wir unsere Füße lieber in schwarze Lederschuhe, die Ballerina bleiben zu Gunsten von eleganten Schuhen mit Absatz im Schrank. Das Hemd erhält den Vorzug vor dem T-Shirt, der Rock vor der Hose. Wir passen unsere Kleidung an, um möglichst unauffällig zu sein und wenig Angriffsfläche zu bieten.

Wer jedoch immer „Uniform“ trägt, verliert sich wohlmöglich irgendwann in der grauen Masse. Dabei ist doch gerade die Individualität eine der größten Errungenschaften des
20. und 21. Jahrhunderts. Diese dürfen wir nicht aufgeben. Wir sollten vielleicht nicht gleich die Anzughose gegen Bermudashorts tauschen, aber unsere Lieblingsjeans passt bestimmt auch zu einem Hemd. Und selbst Sneakers sind heutzutage nicht nur salon- sondern jobfähig. Kleidung ist ein Ausdruck der Persönlichkeit, diese sollten wir unseren Kollegen, Vorgesetzten und Kunden nicht gänzlich verschweigen.

Mut zum Bunten, weg vom ewigen Grau!