Hier kannst du am Aschermittwoch Fisch essen

„Am Aschermittwoch ist alles vorbei“, heißt es in einem bekannten Karnevalslied. Nicht ganz! Denn wer nach der Session noch Kondition hat oder besonders in der Tradition verwurzelt ist, trifft sich mit Freunden und Karnevalsbekanntschaften in Kneipen und Brauhäusern zum Fischessen.

Warum Fischessen? Ganz einfach. Fisch ist kein Fleisch – darf also in der nach Karneval beginnenden Fastenzeit auf den Tisch. Nach christlichem Verständnis beginnt am Aschermittwoch eine vierzigtägige Fastenzeit, die an die 40 Tage erinnern soll, die Jesus in der Wüste verbracht hat.

 

Rollmops ist auch ein super Mittel gegen den Kater. //Foto: Thinkstock

Weil auch nach den jecken Tagen noch Durst vorhanden ist – außerdem der Fisch ja schwimmen muss und Kölsch ohnehin nur Medizin ist – lässt man sich die gelaufene Session bei dem einen oder anderen Gläschen noch mal durch den „gehen“. Auf diese pfiffige Art und Weise verlängert der Kölner die fünfte Jahreszeit und es dauert nicht mehr ganz so lange bis zum nächsten Jahr.

Hier gibt’s eine kleine Auswahl des großen Angebots von Aschermittwochs-Lokalen, die zum Fischessen bitten. Reservierungen sind empfehlenswert:

 

Em golde Kappes

Neusser Straße 295
50733 Köln
0221/92292640
kappes@frueh.de
Die Küche ist von 11.45 bis 22 Uhr geöffnet.

Haus Scholzen

Venloer Str. 236
50823 Köln
0221/515919
info@haus-scholzen.de
Geöffnet: 10.30 bis 23 Uhr.

Scampino

Deutz-Mülheimer Straße 199
51063 Köln
0221/618544
scampino@hotmail.de
Geöffnet: 12 bis 14 Uhr und 18 bis 24 Uhr

Bei d´r Tant

Cäcilienstrasse 28 (Ecke Antonsgasse)50667 Köln
0221/2577360
Geöffnet: 11 bis 24 Uhr.
willkommen@bei-dr-tant.de

Essers Gasthaus

Ottostraße 72
50823 Köln
0221/425954
Geöffnet: Ab 18 Uhr.
mail@essers-gasthaus.de

7 Last-Minute Geschenke für den Valentinstag

Für viele ist er ein ganz besonderer Tag, für andere bloß eine Erfindung der Blumenindustrie: der Valentinstag. Während ihn die meisten Verliebten ausgiebig zelebrieren und sich gegenseitig beschenken, machen Singles einen großen Bogen um den 14. Februar. Dieses Jahr fällt der Valentinstag ausgerechnet auf den Aschermittwoch. Durch die jecke Zeit vergessen viele rechtzeitig ein Geschenk für den Partner zu besorgen. Deswegen haben wir hier 7 Last-Minute Geschenkideen für dich.

Liebesschloss

In Köln gehört das Liebesschloss schon zur Tradition. Ihr habt noch kein Liebesschloss an die Hohenzollernbrücke gehängt? Dann wird es aber höchste Zeit. Lass das Schloss mit euren Namen gravieren (zum Beispiel bei LiebesSchloss-Germany.de in der Eupener Straße 124, 50933 Köln), häng es mit der besseren Hälfte auf und werft den Schlüssel gemeinsam in den Rhein. Ein Ereignis, an das ihr noch lange zurückdenken werdet.

Blumen

Das beliebteste Geschenk, wenn einem Mann nichts einfällt sind wohl Blumen. Aber mal ehrlich: Welche Frau freut sich nicht über einen schönen Strauß ihrer Lieblingsblumen? Mit einer schönen Blumenvase ist das ganze doch eine runde Sache.

Liebesbrief

Klingt kitschig, ist es aber nicht. In der heutigen Smartphone-Zeit ist das Schreiben mit Hand zur echten Rarität geworden. Da werden die Gefühle in Form von Emojis mal nebenbei per WhatsApp ausgetauscht. Die Romantik bleibt hier auf der Strecke. Also schnapp dir Papier und einen Stift und erkläre deine Gefühle in Form eines Liebesbrief. Der Empfänger wird über solch liebe Zeilen freuen – garantiert.

Liebesbriefe kommen nie aus der Mode. //Foto: Thinkstock

Gerahmtes Foto

Foto sind für die Ewigkeit. Suche ein schönes Paarbild aus – ein Selbstporträt von dir eignet sich natürlich auch. Den Bilderrahmen kannst du selbst noch mit romantischen Details wie kleinen Herzen etc. verzieren. Liebevoll eingepackt – fertig ist das individuelle Geschenk für den Partner.

Selbstgebackener Kuchen/ selbstgekochtes Essen

Nicht jeder ist ein Spitzenkoch oder ein super Bäcker – aber auf die Geste kommt es schließlich an. Überrasche die bessere Hälfte doch mit einem selbstgekochten Menü oder einem leckeren Kuchen.

Besuch im Autokino

Ein gemeinsamer Kinobesuch ist immer eine schöne Sache. Mehr Romantik kommt auf jeden Fall im Autokino auf. Entführe den Partner doch ins Autokino nach Porz. Besorg eine Flasche Sekt und ein paar Snacks und macht euch einen gemütlichen Pärchenabend.

Überrasche den Partner mit kleinen Komplimenten. // Foto: Thinkstock

Lose

Dieses Geschenk ist an Romantik kaum zu übertreffen. Nimm dir viele bunte Zettel. Auf jeden schreibst du ein Kompliment oder einen Grund, warum du deinen Schatz so liebst. Die vielen Zettel wie Lose zusammenrollen und in ein Gefäß füllen. Jeden Tag kann sich der Beschenkte ein Los herausnehmen und sich über die lieben Worte freuen.

Gutschein

Für viele ist ein Gutschein der letzte Ausweg, wenn die zündende Idee fehlt. Eine lieblose Idee? Nicht unbedingt! Verschenk kein Gutschein zum Essengehen oder für das Lieblingsparfum, sondern lass dir etwas Kreatives und/oder ganz Persönliches einfallen. Dann wird sich der/die Liebste ganz sicher auch über einen Gutschein freuen.

 

Darum ist das Motto 18/19 so genial

Normalerweise schließt traditionell das Dreigestirn mit viel Pomp und noch mehr Kamelle den Kölner Rosenmontagszug ab. Seit vergangenem Jahr ist das anders. Der allerletzte Wagen dient dazu, feierlich das Motto der nächsten Session ab dem 11.11. zu verkünden. So auch gestern, als der Vorhang des Mottowagens auf dem Severinskirchplatz in der Südstadt gelüftet wurde und „Uns Sproch es Heimat“ zu lesen war.

Ein Motto, dass es in sich hat. Waren seine Vorgänger in den letzten Jahren mal mehr, mal weniger einfallsreich oder relevant, ist das Motto 2018/19 ein klares Statement und ein Aufruf zugleich. Denn: Schon vor zehn Jahren schätzten Sprachforscher, dass nur noch 250.000 Kölner ihre Mundart im Alltag sprechen. Laut der UNESCO ist das Kölsche eine vom Aussterben bedrohte Mundart. Auf der anderen Seite arbeitet jedoch die Akademie für uns kölsche Sproch erfolgreich, es gibt Schul-AGs op kölsch und nicht zu vergessen immer mehr junge und teilweise sehr erfolgreiche Bands, deren kölsche Songs längst nicht nur an Karneval eine Rolle spielen.

Auch abseits des Karnevals Kölsch zu sprechen – und wenn es nur ein paar Ausdrücke sind – ist eben mehr als Brauchtum und Tradition. So sagte Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn dem Kölner Stadt-Anzeiger: „Wer sich ein bisschen auf die kölsche Sprache einlässt, spürt sofort, warum sie für die Menschen in Köln ein so wichtiges Stück Heimat bedeutet.” Daher sei das Motto gleichzeitig eine Einladung an alle, die nur wenig oder kein Kölsch sprechen, diese Sprache und die damit verbundene Lebensart besser kennen zu lernen.

Wie findet ihr das Motto der nächsten Session? Erzählt es uns weiter unten in den Kommentaren oder auf Facebook!
Und wer sein Wissen der kölschen Sproch mal testen möchte, der klickt hier.
Lest hierzu auch: „Das sagen die Kölner zum neuen Sessionsmotto“.

Screenshot: EXPRESS

Der Nubbel muss brennen!

Während der letzten Tage hat wohl jeder mindestens ein dutzend Mal in den Kneipen diesen Megahit der Höhner gesungen, gegrölt und manchmal gelallt: Liebe, Sünde, Leidenschaft, das ist meine Welt! // Der liebe Gott weiß, dass ich kein Engel bin // so’n kleiner Teufel steckt doch in jedem drin // Der liebe Gott weiß, dass ich kein Engel bin – das mit dem Himmel, das kriegen wir schon hin!“

Hier brennt der Nubbel in der Roonstraße. // Fotos: Schmülgen

Kleine und große Sünden wurden unter dem Deckmäntelchen der Verkleidung begangen. Zu viel Alkohol, ein oder zwei Fisternöllche, ungesundes Essen – die Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Und der Nubbel? Der hing brav über allem. Hat unsere Verstöße und unser wildes Treiben wie ein Schwamm aufgesogen und wird heute, am späten Abend des Veilchendienstags, feierlich verbrannt. Mit ihm alles, was an Unfug getrieben wurde. Damit sind alle Sünden in Rauch aufgegangen und das karnevalistische Treiben endet wieder bis zur Eröffnung der nächsten Session am 11.11.

Wer jedoch noch nie vom Nubbel gehört hat, mag sich in den vergangenen Tagen gefragt haben, warum all diese großen Puppen über den Eingängen der Kneipen thronen. Der im Rheinland verbreitete Brauch um die mannshohe, meist liebevoll eingekleidete Figur ist im 19. Jahrhundert entstanden. Sein Aussehen ist immer unterschiedlich. Bei den einen kommt er in Jeans und T-Shirt daher, bei anderen besteht er aus Stroh und Kartoffelsäcken. Mal hat er einen richtigen Kopf, mal schmückt nur ein bemalter Luftballon als „Gesicht“ seinen Hals. Doch das Erscheinungsbild ist relativ egal. Wichtig ist, dass er gut brennt. Das Wort Nubbel ist übrigens ein kölscher Begriff und bedeutet so viel wie „irgendwer, niemand, keine bekannte Person“.

Öffentliche „Gerichtsverhandlung“

Doch der Nubbel wird nicht einfach nur abgenommen und angesteckt, sondern zuvor in andächtigen Prozessionen auf einer Bahre mit Fackeln und Kerzen begleitet durch die Straßen getragen. Nicht selten ist dabei das Geheule und Gejammere unter den „Trauergästen“ groß. Schließlich verliest ein „Priester“, ein „Mönch“ oder eine „Nonne“ die Anklageschrift. In dieser werden die närrischen Tage reflektiert. Die anwesende Menge verteidigt den Sündenbock zunächst. Doch am Ende sind sie alle überzeugt, dass er schuldig ist und fordern Rache. Rhetorischen Fragen wie „Wer ist schuld, dass wir all unser Geld versoffen haben?“ werden von der aufgebrachten Menge mit „der Nubbel!“ beantwortet. Schließlich wird der Sündenbock angezündet. Und mit ihm verbrennen symbolisch all die Schandtaten der letzten Tage und Wochen.

Wehmütige Stimmung macht sich unter den Schaulustigen breit. Vorbei sind die tollen Tage.  Ein letztes Mal werden melancholisch kölsche Lieder angestimmt. In vielen Kneipen geht nach der Nubbel-Verbrennung die Musik aus und das Licht an. Die Session ist zu Ende, die Fastenzeit beginnt.

Einfach mal jeck puzzeln

Du sitzt immer noch im Büro, obwohl die anderen schon längst in der Kneipe sind? Oder du musst aus einem anderen Grund deine jecke Laune noch im Zaum halten und versauerst, „Et Trömmelche“ summend, vor dem Computer? Dann schalt doch einfach mal ab und puzzle dich ein bisschen jeck. Es ist mit 50 Teilen jetzt nicht das härteste, aber durch das raderdolle Motiv auch nicht in einer Minute zu wuppen. Wie schnell schaffst du es?

Erklärung zu den Icons am unteren Rand

Der Bilderrahmen blendet als Hilfe das fertige Puzzle ein, die Größe kannst du wählen.
Der Geist blendet das Bild als Hilfe in den Hintergrund ein.
Mit dem Quadrat kannst du die Teile ordnen oder verwirren.
Mit dem Zahnrad kannst du unter anderem neu starten.
Ein Klick auf die Zeit hält sie an/startet sie wieder.
Ein Klick auf das Viereck mit Pfeil ganz rechts unten vergrößert das Puzzle auf den gesamten Bildschirm.
Mit der ESC-Taste verkleinerst du wieder alles.

Viel Spaß!

Foto: Thilo Schmülgen

TV-Tipps für die Sofa(j)ecke

Der eine ist vielleicht krank, der andere schlicht zu müde vom Feiern … aber so ganz verzichten geht auch nicht. Muss auch nicht! Selbst vom heimischen Sofa aus kann man jeck sein. Sehr jeck sogar, denn die Sendeplätze sind an den tollen Tagen konfettibunt und prall gefüllt. Ganz vorne dabei ist natürlich der WDR, aber auch andere Sender bringen viel Fastelär in die Wohnzimmer. Wir listen für euch einige der Highlights in fünf Kategorien auf:

MUSIK

WDR – 08.02./12.45 Uhr
„Kölsche Tön vom Heumarkt“

135 Minuten Best-of der letztjährigen Sessionseröffnung vom 11.11.2017 mit den Höhnern, Brings, den Paveiern, den Räubern, Cat Ballou, Kasalla und vielen anderen mehr.

WDR – 08.02./23.40 Uhr
„Die schönsten Lieder aus der Stunksitzung“

Seit 30 Jahren parodiert die die Stunksitzung-Hauskapelle Köbes Underground bekannte und beliebte Lieder im alternativen Karneval und brilliert dabei mit pointierten und witzigen Texten.

WDR – 09.02./01.10 Uhr
25 Jahre Brings – Das Jubiläumskonzert

Die Brings-Geburtstagssause im RheinEnergie-Stadion aus 2016 bleibt unvergessen. Hier noch einmal das Konzert mit vielen Gästen auf der Bühne.

Querbeat – Das „Fette Q“ in concert // Foto: WDR

WDR – 09.02./08.30 Uhr
30 Jahre Paveier – Das Jubiläumskonzert mit Freunden

2013 wurden die Paveier 30 Jahre alt. Der WDR zeigt noch einmal das damalige Jubiläumskonzert aus dem Kölner Tanzbrunnen mit fast vier Stunden Dauer!

WDR – 12.02./00.15 Uhr
Querbeat – „Fettes Q“ live

Mitschnitt des Querbeat-Konzerts aus dem Kölner Palladium. Es ist zwar schwer vorstellbar, dass man sich dieses Konzert auf dem Sofa sitzend anschaut ­– theoretisch geht das aber.

WDR – 12.02./16.30 Uhr
„Partytime in den WDR Arkaden“

Ein Zusammenschnitt der Arkaden-Party von Weiberfastnacht mit Auftritten der größten kölschen Stars.

SITZUNG

ZDF – 08.02./20.15 Uhr
„Kölle Alaaf – Die Mädchensitzung“
Tolle Musik, Spitzenvorträge und akrobatische Tanzeinlagen zeichnen die traditionelle Kölner Mädchensitzung aus. In den Sartory-Sälen heizen Karneval-Stars wie Bläck Fööss,  Querbeat, Kasalla und Cat Ballou den Jeckinnen ein.

Die alternative Stunksitzung ist Kult in Köln. // Foto: WDR

WDR – 08.02./22.10 Uhr
Stunksitzung 2018
Wer wieder einmal keine Karten für die legendäre alternative Sitzung ergattern konnte, wird wie jedes Jahr vom WDR getröstet. Dies ist ein „Best of“ der Stunksitzung 2018 – das komplette Ding gibt’s am 11.02.

WDR – 08.02./00.15 Uhr
„Deine Sitzung 2018 – Deine Helden“
Die vier Super-Präsidenten Mirja Boes, Carolin Kebekus, Ebasa der Meister und Olaf Bürger schrecken vor nichts zurück – auch nicht beim 15. Jubiläum von „Deine Sitzung“.

WDR – 11.02./01.00 Uhr
Stunksitzung 2018
Wer wieder einmal keine Karten für die legendäre alternative Sitzung ergattern konnte, wird wie jedes Jahr vom WDR getröstet. Diese Sendung bietet das volle Brett – 180 Minuten Stunk vom Feinsten!

ARD – 12.02./20.15 Uhr und WDR – 12.02./23.40 Uhr
„Karneval in Köln 2018“
Zusammenschnitt der traditionellen Fernsehsitzung aus Köln, aufgezeichnet am 31.01. und 02.02. im Gürzenich.

LIVE

WDR – 08.02./10.45 Uhr
Weiber live 2018
Live-Schalten zum jecken Treiben der Wiever in Köln, Düsseldorf, Bonn und Billerbeck.

WDR – 08.02./15.00 Uhr
Weiberfastnacht in den WDR Arkaden 2018
Die Bläck Fööss, die Höhner, die Paveier, Brings, die Räuber, Cat Ballou, Kasalla, Marita Köllner und viele andere mehr sind bei der größten Weiberfastnachtsparty Kölns dabei.

WDR – 11.02./12.20 Uhr
Kölner Schull- un Veedelszöch 2018
Bei den Schull- un Veedelszöch schunkelt die Seele des Kölner Karnevals. Der WDR überträgt den wahren Straßenkarneval – den Umzug der Schulen, Vereine und Freundesgruppen am Karnevalssonntag – in voller Länge.

WDR – 12.02./09.00 Uhr und ARD 15.30 Uhr
Rosenmontagszug aus Köln
Das volle Brett Zoch gibt’s im WDR – 375 Minuten sendet der Kölner Haussender aus der Domstadt. Die ARD zeigt später zeitversetzt die besten 90 Minuten des Zochs.

WDR – 12.02./15.15 Uhr und ARD 14.00 Uhr
Rosenmontagszug aus Düsseldorf
Die provokanten Mottowagen sind das Markenzeichen des Düsseldorfer Rosenmontagszugs. Ihm widmet der WDR 75 Minuten. Die ARD zeigt 90 Minuten jeckes aus der Landeshauptstadt.

DOKUMENTATION

WDR – 07.02./22:55 Uhr
„Alaaf you – Eine Stadt dreht durch“
Wer sich noch schnell Appetit auf das morgige Weiberfastnacht holen möchte, ist bei dieser exzellenten wie emotionalen Doku rund um die jeckste Stadt am Rhein goldrichtig.

Doku: Unterwegs mit dem Dreigestirn 2018 // Foto: WDR

WDR – 09.02./20.15 Uhr und 10.02./16.30 Uhr
„Einmal Prinz zu sein … Eine Session mit dem Kölner Dreigestirn“
Das Dreigestirn 2017/18 wurde während seiner Regentschaft von der Kamera begleitet, sein jeckes Leben als „Superstars für zwei Monate“ dokumentiert.

WDR – 11.02./08.05 Uhr und 12.02./02.30 Uhr
„Alle Augen Auf… Karnevalsbands aus NRW“
Die Doku-Reihe begleitete die Bläck Fööss.

WDR – 11.02./16.25 Uhr und 12.02./01.45 Uhr
„Querbeat – die größte Band im Karneval“
Aktuelle Doku über die 15-köpfige Band, für die sie mehrere Monate von der Kamera begleitet wurde.

SONSTIGES

WDR – 07.02./21.00 Uhr
„Kostümjäger – Selbst ist der Jeck“
Drei Paare müssen binnen kürzester Zeit ihre Karnevalskostüme selber basteln. Unterstützt werden sie u.a. von Sonya Kraus.

Tragisch: Tanzmariechen und Trainerin tot trotz Trubel. // Foto: WDR/Menke

WDR – 08.02./20.15 Uhr
Tatort – „Tanzmariechen“
Die Kölner Ermittler Freddy Schenk und Max Ballauf sehen sich in diesem Tatort mit einem Mord in der Kölner Karnevalsszene konfrontiert. Die strenge Tanztrainerin des Karnevalsvereins „De Jecke Aape“ wurde ermordet. Und das nur wenige Tage vor dem Start in die neue Karnevalssession …

WDR – 10.02./12.15 Uhr
„Karneval Anno Pief“
Die größten Redner und besten Lieder von einst – Archivschätze neu zusammengestellt von Hanns Dietz und Gisbert Baltes.

WDR – 10.02./14.15 Uhr
„Du Ei! Das Allerbeste vom Colonia Duett“
Ohne Worte. Pflichtprogramm.

WDR – 10.02./20.15 Uhr und 11.02./08.50 Uhr
„Viel Spaß an der Freud: Faszination Karneval“
Die Highlights der Karnevalssession 2018 mit persönlichen Anekdoten von Promis wie Anne Will, Lukas Podolski oder Henning Krautmacher.

ZDF – 11.02./23.40 Uhr
ZDF-History: Narrenrepublik Deutschland: Die Geschichte des Karnevals
Deutschland im Ausnahmezustand. Die fünfte Jahreszeit ist heute milliardenschwerer Wirtschaftsfaktor und einer der ältesten Bräuche überhaupt. Aber was genau feiern wir da eigentlich?

WDR – 14.02./00.15 Uhr
„Aschermittwoch for one“
Während auf Kölns Straßen die Nubbel brennen, kann der schon heimgekehrte Jeck diesen Klassiker-Sketch der Stunksitzungs-Macher genießen und damit den Karneval ausläuten.

Die schönsten jecken-freien Zonen in Köln

Kölle Alaaf! – hoffentlich ist das bald geschafft. Das mag so mancher Karnevalsmuffel denken. Die Domstadt ist von Weiberfastnacht bis Aschermittwoch in Jecken-Hand. Dennoch gibt es selbst in der Hochburg Köln einige Plätze, um diesem Trubel zu entfliehen. Wir stellen dir die schönsten jecken-freien Zonen der Stadt vor.

Wer genauer hinschaut, stellt fest, dass es zahlreiche Möglichkeiten gibt, an den Karnevalstagen unkostümiert seine Freizeit zu genießen. Im Lentpark und im Ossendorfbad etwa kann sogar an Weiberfastnacht geplantscht werden. Eine Übersicht zu den Öffnungszeiten aller Schwimmbäder findest du auf der KölnBäder-Website. Auch einige städtische Museen laden während der Narrenzeit zu einem Besuch ein – an Weiberfastnacht und Rosenmontag sind allerdings alle Häuser geschlossen. Das Kölnische Stadtmuseum zeigt derzeit beispielsweise die Schau „Im rechten Licht“ über die rechte Szene in Nordrhein-Westfalen. Im Käthe Kollwitz Museum ist bis zum 25. Februar noch die Ausstellung „Selbstbildnisse – Tremezza von Brentano“ zu sehen und das Museum Ludwig präsentiert „James Rosenquist. Eintauchen ins Bild“.

Im Kino herrscht jeckenfreie Zone. //Foto: Thinkstock

Erholung vom Alltag

Den jecken Trubel vergessen kannst du außerdem im Cinedom Köln sowie in zahlreichen weiteren Kinos der Domstadt. Lehn dich einfach entspannt im Sessel zurück und schau ganz ohne Kostüm deinen Wunschfilm. Oder du machst einen Spaziergang durch den Kölner Zoo. Der Park hat regulär von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Erholung vom Alltag bietet darüber hinaus das Neptunbad. Die Therme in Köln-Ehrenfeld hat an allen Tagen geöffnet und lockt an Weiberfastnacht mit den Neptunlights Silence. Dort findest du zu den normalen Tarifen Stille pur und genießt einen Tag in der Sauna ganz ohne Musik und Alkohol.

Still geht es zudem im Kölner Dom zu. Das Wahrzeichen Kölns hat während der jecken Zeit eingeschränkt geöffnet. Aus Sicherheitsgründen wird der Dom an Weiberfastnacht und Rosenmontag ab 10 Uhr, am Samstag zwischen 10 und 18 Uhr sowie Karnevalssonntag ab 13 Uhr geschlossen. Jeckenverbot gilt im Dom allerdings nicht. Wer vor dem Feiern noch an einem Gottesdienst teilnehmen möchte, darf das auch kostümiert tun – so lange es noch zur Würde der Feier passt.

Gönn Dir – Fresstempel für den Heißhunger

Es ist fettig, hat wenig Vitamine und kaum Ballaststoffe. Aber mal ehrlich: Ist es nicht genial, sich nach drei bis elf Kölsch mit einer großen Portion Heißhunger im Bauch ein paar Köstlichkeiten beim Imbiss zu gönnen? Hier ein paar Fresstempel, die du demnächst mal ausprobieren musst. Dort schmeckt es übrigens auch ganz ohne Bier und Karneval.

Grillstation 2002
Alle, die wie ich einen Großteil ihrer Studienzeit zwischen Zülpicher und Barbarossaplatz verbracht haben, dürften die Grillstation 2002 auf der Roonstraße 25 kennen. Dort gibt es unter anderem Gyros Pita vom Feinsten. Das Fleisch ist zart und saftig, das Brot locker und das Tsatsiki schmeckt, wie es schmecken soll – frisch und nach Knoblauch. Wer einen langen Abend in der Roonburg oder im Hellers verbracht hat, kann sich gleich nebenan für die Bahnfahrt oder den Heimweg zu Fuß stärken. Freitag und Samstag ist bis 5 Uhr, sonntags bis 2 und ansonsten bis 3 Uhr geöffnet.

Weltmeister
Die Imbisskette Weltmeister hat sicherlich schon dem einen oder anderen Nachtschwärmer – wenn schon nicht das Leben – so doch den nächsten Tag gerettet. Dank der Signalroten-Aufmachung sind die Imbissbuden nicht zu übersehen. Die großen Letter über dem Eingang machen selbst dem Kurzsichtigsten deutlich, was es dort zu futtern gibt: „Currywurst & Pommes“. An sechs Standorten in Köln (unter anderem am Barbarossaplatz, Severinstraße, Ebertplatz) gibt es die heiße Ware direkt vom Grill beziehungsweise aus der Fritteuse. Das Angebot ist überschaubar, die Preise aber ebenso. Montag bis Samstag gibt es bis 23 Uhr Fettiges, sonntags bis 22.30 Uhr.

Oruc Kebap
Heinsbergstraße/Ecke Kyffhäuserstraße – und damit mitten im Epizentrum des Frohsinns liegt Oruc Kebap. Wer auf dem Weg zum Barbarossa- oder Zülpicher Platz Hunger auf eine mit Fleisch gefüllte Teigtasche hat, ist dort genau richtig. Die Jungs hinter der Theke sind nie um einen dummen Spruch verlegen, tiefenentspannt und der Döner ist einfach verdammt lecker. Tipp: Last euch nicht abschrecken, auch wenn der Laden voll ist, geht es sehr schnell. Freitag und Samstag werden Gäste bis 3 Uhr, sonntags bis 22 Uhr und ansonsten bis 0 Uhr bedient.

Arslan‘s Kebap
Wer nach türkischer Küche giert, ist im Arslan Kebap ebenfalls gut aufgehoben. Wie bei vielen Dönerläden ist das Interieur zwar eher schlicht bis hässlich gehalten, aber wer Hunger hat, stört sich nicht daran. Der Imbiss liegt direkt am Ehrenfeldgürtel und eignet sich daher hervorragend, um die Wartezeit auf die nächste Bahn zu überbrücken. Ich kann dort Lahmacun, also eine türkische Pizza mit Dönerfleisch oder den Adana Kebap sehr empfehlen. Das Restaurant ist Samstag und Sonntag bis 1 Uhr, ansonsten bis 2 Uhr geöffnet.

Viel Karneval feiern bedeutet großen Heißhunger. //Foto: Thinkstock

Pizza Pazza
Bei Pizza Pazza gibt es die heißen Teigscheiben direkt aus dem traditionellen Holzsteinofen. Am Zülpicher Platz, unmittelbar in Nähe der Haltestelle Weyertal und auf der Neusser Straße 306 in Nippes werden Liebhaber der italienischen Küche in der Regel bis 22 Uhr bestens versorgt. Eine Extraportion scharfe oder Knoblauchsauce sorgt für die feurige Note. Wer lieber zu Hause isst, kann sich die Pizzen und Nudelgerichte auch nach Hause bestellen.

Beef Brothers
An Burgerläden mangelt es Köln weiß Gott nicht. Es gibt unzählige Adressen, an denen köstliches Fastfood angeboten wird. Wer keine Lust oder Zeit hat, es sich gemütlich zu machen, ist bei den Beef Brothers bestens aufgehoben. Der Laden auf der Aachener Straße unweit des Rudolfplatzes ist sehr klein und wenn der Außenbereich geschlossen ist, gibt es kaum Sitzmöglichkeiten. Dafür geht es schnell, die Burger werden frisch zubereitet und auch die Pommes schmecken topp. Rund sieben Variationen stehen zur Auswahl. Wer großen Hunger hat, wählt die Frikadelle aus 180-Gramm Rindfleisch ansonsten reichen auch 100 Gramm. Montag bis Donnerstag sowie sonntags hat der Laden bis 22 Uhr, Freitag und Samstag bis 0 Uhr auf.

Habibi
Und nein, es muss nicht immer Fleisch sein. Wer Bock auf eine gute Falafel hat, sollte sich auf den Weg zu Habibi auf der Zülpicher Straße 28 machen. Freitag und Samstag versorgt das Team hinter der Theke Hungrige bis 3 Uhr nachts, ansonsten bis 1 Uhr. Sehr zu empfehlen sind zudem Schwarma, Hummus und Taboulé.

Pigbull Barbeque
Auf der Aachener Straße in Höhe der Haltestelle Moltkestraße gibt es eine besonders leckere Sauerei: Die Jungs von Pigbull servieren köstliches Pulled Pork im Brötchen. 180 Gramm gezupfter Schweinenacken, der in hauseigener Gewürzmischung mariniert und über Holz geräuchert wurde. Empfehlenswert ist zudem das Pastrami Sandwich, das mit dünner Rinderbrust, Sauerkraut und Salzgurken belegt ist. Einziger Wermutstropfen: Es gibt keine Pommes, sondern lediglich Chips. An Frei- und Samstagen gibt es die Köstlichkeiten bis 0 Uhr, ansonsten machen die Jungs um 22 Uhr die Schotten dicht.

Nimet-Grill
Wer Karneval in der Südstadt feiert, kommt am Nimet-Grill auf der Bonner Straße in Schlagdistanz zum Chlodwigplatz eigentlich nicht vorbei. So mancher Jeck hat dort dank Döner und Pommes dem drohenden Kater ein Schnippchen geschlagen. Ein türkischer Tee kann ebenfalls helfen. Vor allem an Weiberfastnacht ist der Imbiss rappelvoll, aber die Mitarbeiter verstehen ihren Job – lange warten muss niemand.

 

Karneval in Rio – ein farbenprächtiges Spektakel

Wie im Rheinland bilden in Rio de Janeiro große Umzüge den Höhepunkt des Karnevals. Doch in der brasilianischen Partnerstadt Kölns sind die Paraden mehr als „nur“ ein buntes Fest. Vielmehr geht mit ihnen ein prestigeträchtiger Wettbewerb einher, ermitteln doch die traditionsreichen Sambaschulen bei den Paraden ihre Besten. Neben Ruhm und Ehre winken zusätzlich Geldgewinne, während in Köln, Düsseldorf und Co. das Motto „Dabeisein ist alles“ lautet.

Exakt zwei Stunden lang präsentiert sich am Karnevalssonntag und -montag jede Escola de Samba vor knapp 90.000 Zuschauern im Sambadrom. Zwischen 3000 und 5000 Menschen pro Schule nehmen an der Parade teil – als Tänzer, Sänger, Trommler, Fahnenträger oder Zeremonienmeister. Besonders ins Auge fallen die prächtig gewandeten Königinnen und Könige, die Prinzessinnen sowie die in klassische Trachten gekleideten Baianas. Die Zuschauer auf den Rängen haben ausgiebig Gelegenheit, das Gezeigte zu bestaunen, da die Schulen in ihren 120 Minuten nur 700 Meter zurücklegen müssen. Insgesamt dauern die Paraden zehn Stunden – die letzte Schule tanzt bis zum Sonnenaufgang.

Im Karneval in Rio geht’s heiß her. //Foto: dapd

Hinter den perfekten Auftritten liegt immer eine Menge Arbeit. Genauer gesagt: ein Jahr Arbeit. Praktisch am Tag nach Karneval 2017 machen sich die Schulen wieder ans Werk. Zunächst wird ein passendes Motto gewählt. Dann die Kostüme, Choreografie und Präsentation entwickelt. Viele Sambaschulen-Mitglieder legen in ihren Jobs Jahr für Jahr Überstunden ein, um sich die – trotz teils wenig Stoff – teuren Gewänder überhaupt leisten zu können. Dieses Engagement und der finanzielle Einsatz unterstreichen die Bedeutung des Karnevals für die Bewohner der brasilianischen Millionen-Metropole.

Wenn am Aschermittwoch in den hiesigen Karnevalshochburgen alles vorbei ist, steht in Rio noch die Entscheidung aus, welche Schulen die vorderen Ränge belegt haben. Gegen Mittag treffen die Juroren anhand von zehn Kriterien – darunter künstlerische Umsetzung oder die Geschlossenheit des Auftritts – ihre Wahl. Während in Köln die erschöpften Jecken beim traditionellen Fischessen sitzen, feiert die siegreiche Escola de Samba jenseits des Atlantiks ihren Triumph mit Feuerwerk und einem Freudenfest.

 

Hänneschen – hier wohnt die kölsche Seele

Das Kölsche hat in diesen Tagen Hochkonjunktur. Die lokalen Bands stimmen in den Sitzungen ihrer Lieder in Mundart an, die meisten Büttenredner bedienen sich ebenfalls der heimischen Sproch. Und selbst die Karnevalstouristen versuchen, den einen oder anderen Ausdruck unfallfrei auszusprechen. Nach Veilchendienstag ebbt dies alles wieder ein wenig ab. Doch gibt es einen Ort, an dem das Kölsche das ganze Jahr über angesagt ist: im Hänneschen-Theater am Eisenmarkt in der Altstadt.

Bereits 1802 öffnete sich zum ersten Mal der Vorhang für die berühmten Stockpuppen, Abnutzungserscheinungen sind bis heute dennoch keine zu verzeichnen. Mehr als 250 Vorstellungen bestreiten die Hauptcharaktere Hänneschen und Bärbelchen mit ihren Mitstreitern in jedem Jahr. In der Fastelovendszick steht traditionell die Puppensitzung auf dem Programm, von der es auch eine Variante speziell für Kinder gibt.

Seit mehr als 200 Jahren trifft das Hänneschen-Theater den Humor der Kölner perfekt. // Fotos: Schmülgen

Herr Präsident, die Woosch!

Der anhaltende Erfolg der Kölner Institution hat viele Gründe. So sind die liebevoll gestalteten Figuren längst legendär. Jedes Kind in der Stadt kennt nicht nur Hänneschen und Bärbelchen, sondern natürlich gleichfalls Tünnes, Schäl oder den Speimanes. Letzter übernimmt in den Vorführungen die Rolle des stotternden Hofnarren. Sein Ausspruch „Herr Präsident, die Woosch“, mit dem er den Wurstorden überreicht, ist längst in den hiesigen Sprachschatz eingegangen.

Die fantasievoll geschriebenen Stücke sind gleichfalls ein wichtiger Baustein für den großen Zuspruch, den das Traditionshaus unverändert genießt. Denn in der Heimat der kölschen Siel, also der Seele, wird das Lebensgefühl dieser Stadt hautnah erfahrbar. Als nächste Inszenierung feiert der „Eiervision Leed Contäst“ im März seine Premiere. In dem Ostermärchen aus der Feder von Iris Schlüter sorgt ein Gesangswettbewerb für jede Menge Aufregung am gewohnten Schauplatz Knollendorf. Wie der Titel schon verrät, stand der „Eurovision Song Contest“ als Inspiration Pate.

Totgesagte leben länger

Viel frischen Wind in die Puppenspiele der Stadt Köln brachte überdies Intendantin Frauke Kemmerling, die seit dem 2012 im Amt ist. Selbst die zweifelhafte Entscheidung des Westdeutschen Rundfunks, die Stücke des Hänneschen-Theaters nicht mehr im Fernsehen zu übertragen, konnte Kemmerling kompensieren. Kurzerhand rief sie die Veranstaltung „Hänneschen om Iesermaat“ ins Leben. Dieser Tag der offenen Tür steigt in diesem Jahr am 6. Februar ab 16 Uhr.

Außerdem gewährt das Theater an regelmäßigen Terminen einen Blick hinter die Kulissen. Unter dem Titel „Hinger d’r Britz“ (zu Deutsch: Balustrade) erfahren Hänneschen-Fans, wer sich hinter – oder besser unter – den Figuren verbirgt. Dabei erzählen die Puppenspieler viel Wissenswertes zur Theatergeschichte und geben amüsante Anekdoten zum Besten: das Hänneschen-Theater zum Anfassen.

Alle Informationen und Termine sowie Tickets hält das Zuhause der kölschen Siel im Internet bereit.

 

„Hasi Palau“ und „WauWau“: 11 jecke Narrenrufe

Mit einem Narrenruf begrüßen sich die Jecken im Karneval oder Fasching. Ein jeder Kölner etwa weiß, dass man im Fastelovend „Alaaf“ ruft. Das bekommt er schon mit der Muttermilch eingeflößt. In Düsseldorf hingegen ruft man, klar,  „Helau“. Diese beiden Narrenrufe sollten auf keinen Fall verwechselt werden! Nicht immer aber sind die Grüße zur jecken Zeit so kurz und knackig wie in den beiden Rhein-Metropolen. In den meisten Fällen bestehen sie aus zwei Teilen. Doch was wird in anderen Regionen an Karneval gerufen? Wir haben 11 unterschiedliche Narrenrufe für dich gesammelt.

1. „Halt Pohl“
Dieser Narrenruf ist in Mönchengladbach beheimatet. „Halt Pohl“ bedeutet „Halt die Stange“ und soll die Treue zum heimischen Karneval symbolisieren.

2. „Alleh hopp!“
Vor allem in vielen Regionen im Saarland ist dieser Ruf vebreitet. „Alleh hopp!“ ist vom Französischen „allez hopp“ abgeleitet, was so viel bedeutet wie „Los geht’s“.

3. „Hipp Hipp, Meck Meck“
Klingt komisch, ist aber so. Ja, diesen Spruch rufen Narren in Münster tatsächlich. Statt des Rosenmontags gibt es hier den ZiBoMo – den Ziegenbock Montag– wo traditionell „Hipp Hipp, Meck Meck, määäähhhhhh“ gerufen wird.

4. „Wauwau“
Nein, das ist kein Hundegebell, das ist ein Narrenruf. Nicht nur in Weinheim in Baden -Württemberg, sondern auch in Nettersheim im Kreis Euskrichen wird dieser jecke Narrenruf gebrüllt.

5. „Knolli Knolli Schabau“
Abgeleitet von der Knolle und Schabau – ein selbstgebrannter Zuckerrübenschnaps–  entstand dieser Narrenruf. Seine Verwendung findet er in Scharmede, einem Stadtteil von Salzkotten in Nordrhein-Westfalen.

6. „Marn hol fast“
Auch im Norden des Landes gibt es Närrinnen und Narren. Bereits seit vielen Jahrzehnten rufen Jecke in Marne, in der Karnevalshochburg Dithmarschen, diesen Narrenruf.

7. „Kipp en ronner“
Der Karnevalsverein Scheuerfeld (Altenkirchen im Westerwald) hat sich den Ruf „Kipp en ronner“ („Kipp ihn unter“) zu eigen gemacht.

8.  „Hasi Palau“
Das Bild der drei springenden Hasen (Dreihasenfenster) taucht vielerorts in Paderborn auf. So ist es kaum verwunderlich, dass auch im Narrenruf die Hasen wiederzufinden sind. „Hasi Palau“ ist eine Kombination aus dem Wappentier und einer Adaption des Narrenrufes Helau mit Paderborn.

9. „Hei-Lu-Ve“
In Gölzau, in Sachen- Anhalt, sind die Jecken HEiter, LUstig und VErgnügt. So wie ihr Narrenruf, der sich aus diesen drei Worten zusammensetzt.

10. „Trän Drop!“
In Düsseldorf ruft man zwar „Helau“, doch nicht in jedem Stadtteil. In Düsseldorf Niederkassel zum Beispiel haben die Jecken ihren ganz eigenen Ruf. Hier wird „Trän Drop“ gerufen, was so viel bedeutet wie „Tret drauf“.

11. „Alles Fastnacht? Oder was!!!“
Karneval kennen die Jecken im Rhein-Main-Gebiet nicht. Dort ist von Fastnacht die Rede. Im Ort Nieder-Ramstadt hat sich bereits seit 33 Jahren dieser Gruß der Komisch Junge Garde etabliert.

 

 

Alaaf vs. Helau

Es wird nicht nur in Köln und seinem Umland Karneval gefeiert, klar. Trotzdem sucht der kölsche Fastelovend im ganzen Land seinesgleichen. Mit keiner anderen Stadt ist der Begriff so verbunden wie mit Kölle. Warum das so ist? Nun, da fallen uns einige Gründe zu ein …

Das Bier

Das frische, obergärige Kölsch hat sich als idealer Partybegleiter bewährt. Wer sein persönliches Limit im Blick behält, kann sich über viele Stunden am perfekten Kehlen-Anfeuchter für das Mitsingen der aktuellen Karnevalshits erfreuen. Da kann das eher labbrige Alt vom Niederrhein nicht punkten. Und gegenüber dem Pils hat das Kölsch einen unschlagbaren Zeitvorteil: Das Zapfen eines Stängchens dauert halt keine sieben Minuten.

Die Musik

Kölsche Tön sind identitätsstiftend und in ihrer Vielfalt unübertroffen: von den Altstars wie den Bläck Fööss, Höhnern und Brings über jüngere Bands wie Kasalla, Cat Ballou und Querbeat bis zu Newcomern wie Miljö reicht die Palette. Stilistisch finden sich Genres wie Rock, Pop, Brass, Folk, Balladen und viele mehr darin. Für jeden Jeck ist was dabei. Anderenorts dominieren an Karneval abgenudelte Schlager oder 90er-Trash wie Rednex oder Mr. President. Ganz schlimm ist’s in Mainz, wo tranige Lieder in einem unverständlichen Kauderwelsch die Stimmung in den Keller ziehen.

Das Getümmel

Zwischen dem 11.11. und Aschermittwoch reiht sich – nur kurz vom Advent unterbrochen – ein Highlight ans nächste. Beginnend mit der Sessionseröffnung über die traditionellen oder alternativen Sitzungen bis hin zu den vielen Umzügen in ganz Köln. Rund ein Vierteljahr befindet sich die Stadt im Ausnahmezustand – da kann keine andere deutsche Metropole mithalten. In München beispielsweise bildet der „Tanz der Marktweiber“ am Karnevalsdienstag den Abschluss des Faschings. Wow. Spannend.

Die Vielfalt

Abseits der Großevents bietet der kölsche Fastelovend viele kleinere Veranstaltungen für alle, die es etwas entspannter mögen. Da wären etwa Sitzungen wie „Jeckespill“ erwähnenswert, bei denen ruhigere Töne angeschlagen werden. Und natürlich die Feiern abseits der Partybrennpunkte in den unzähligen Veedelskneipen, in denen Jung und Alt zusammenkommen, um dem Brauchtum zu frönen. In den meisten Städten hierzulande muss der Feierwillige selbst an Rosenmontag lange suchen, bis er überhaupt eine Wirtschaft mit Karnevalsstimmung findet. Und dort laufen dann – siehe oben – Schlager und dröge Party-Stampfer.

Der Zoch

Der Rosenmontagszug ist der Höhepunkt des Fasteleers. Stundenlang zieht der närrische Lindwurm mit Tausenden Mitwirkenden durch die Stadt. Hunderttausende Zuschauer in fantasievollen Kostümen feiern gemeinsam am Zugweg. Nur der Düsseldorfer Zug ist eine echte Konkurrenz, zumal in der Landeshauptstadt die Mottowagen oft etwas bissiger ausfallen. Weitaus beschaulicher geht es bei der schwäbisch-alemannische Fastnacht im südwestdeutschen Raum und in Teilen der Schweiz zu. Dort ziehen deutlich kürzere Prozessionen durch die Städte; fast alle Teilnehmer sind als Teufelswesen oder Hexen unterwegs. Abwechslung sieht anders aus …

Sechs Tage Party

Nach einer gewissenhaften Einstimmung bei Sitzungen, Bällen oder „Loss mer singe“ muss der kölsche Jeck ab Wieverfastelovend Stehvermögen beweisen. Bis einschließlich Veilchendienstag haben die Narren die Qual der Wahl zwischen zahllosen Partys, Umzügen und dem Trubel in den Kneipen. Ein vernünftiges Einteilen der Kräfte vorausgesetzt, kann jeder sechs Tage am Stück in den Wahnsinn des rheinischen Frohsinns eintauchen. Eine echte Herausforderung! Aber eine, die verdammt viel Spaß macht.

Der Nubbel

In fast jeder Kölner Kneipe hängt während der tollen Tagen der Nubbel. Das Prinzip ist so einfach wie genial: Denn der symbolische Sündenbock muss all die großen und kleinen Fehltritte der Fastelovendsfründe auf sich nehmen und für sie geradestehen. Am Veilchendienstag wird die mit Stroh gefüllte Puppe verbrannt – und der ganze Unfug, den die Jecken getrieben haben, ist vergeben und vergessen. Da kann höchstens Düsseldorfer Hoppeditz mithalten. Zwar wird auch er am Ende der Session dem Feuer überantwortet, allerdings nervt der Nubbel an Weiberfastnacht nicht mit einer zähen Eröffnungsrede.

33 jecke Hits – Unsere Playlist

Karneval ohne Musik: unmöglich! Vom Aufstehen bis zum ins-Bett-fallen tief in der Nacht wird der echte Jeck musikalisch begleitet. Eigentlich gibt es kaum eine Lebenssituation, in der an den tollen Tagen keine kölsche Tön zu hören sind. Wie gut, dass es so unzählig viele gute Lieder gibt!

Wir bei Jeckes.Net haben einmal die Köpfe in der Redaktion zusammen gesteckt und demokratisch abgestimmt – heraus kam diese unsere ultimative Playlist. Die 33 jecksten Hits. Eine rund zwei Stunden lange geballte Ladung mit dem besten von gestern und heute.

Die Liste wurde mit Spotify erstellt. Wer noch kein (kostenloses!) Spotify-Konto hat, kann sich einfach fix unter diesem Link registrieren. Dann einfach nur noch auf „Play“ drücken und schunkeln, tanzen oder auch mal ein Tränchen verdrücken.

Schau Dir auch unsere Playlist mit frischen kölschen Tön der letzten beiden Jahre an!

Alaaf!

Mehr Mut zum Genuss!

Eine unschöne Entwicklung zeichnet sich seit Längerem ab: Immer häufiger und massiver versuchen Staat und Regierung Einfluss auf die Kaufentscheidungen der Menschen zu nehmen. Mal mehr, mal weniger subtil. Insbesondere bei Lebensmitteln fehlt es nicht an Warnhinweisen und Ermahnungen. Der sogenannte mündige Bürger hat wohl ausgedient-

Einfach mal zugreifen! Leben bedeutet auch Genießen. // Fotos: Pexels, Thinkstock

Ein erster Höhepunkt war ein Vorschlag der Bundestagsfraktion der Partei Bündnis 90/Die Grünen, einen Veggieday einzuführen. Die Politiker forderten im Bundestagswahlkampf 2013 ein Verbot von Fleischgerichten in den Kantinen des Landes. Ausschließlich Obst und Gemüse sollten auf die Teller der arbeitenden Bevölkerung. Der Gegenwind fiel stürmisch aus: In den sozialen Medien hagelte es Kritik und Spott, die Umfragewerte der Partei brachen ein. Die übereinstimmende Meinung der Menschen: Eine derartige Bevormundung ist überflüssig, der Vorstoß albern. Resultat: Die Grünen ruderten hektisch zurück, ihr Wahlergebnis fiel dennoch recht bescheiden aus.

Heute – vier Jahre später – gehen eifrige Befürworter einer vermeintlich gesunden Ernährung vergleichsweise dezent zu Werke. Selbstverständlich stehen angeblich schädliche Lebensmittel nach wie vor in den Regalen der Supermärkte. Doch die auf ihnen angebrachten Kennzeichnungen haben inzwischen fast schon die Größe von Verkehrsschildern. Neben Verfallsdatum und Zutaten drängen sich Warnhinweise immer mehr in den Vordergrund. Da wird dem Konsumenten der Genuss von Kaffee, Alkohol oder Süßigkeiten schon vor dem Kauf verdorben. Und wer doch zugreift, wird anschließend nicht selten von einem schlechten Gewissen geplagt.

Umgekehrt werben immer mehr Produkte mit einschlägigen Labeln. „Bio“, „Nachhaltig“, „Light“ oder „Fettreduziert“ – ohne solche Etiketten scheint es kaum noch zu gehen. Wobei die Seriosität und Aussagekraft dieser Aufkleber bisweilen durchaus zweifelhaft sind. Allein unter der „Bio“-Fahne firmieren mittlerweile zahllose Nahrungsmittel. Die einzelnen Labels sind indes rein optisch derart verschieden gestaltetet, dass sich die Frage stellt, wer die vorgeblichen Gütesiegel eigentlich überhaupt vergibt oder die Einhaltung von Produktionsstandards kontrolliert. Als verlässliches Qualitätsversprechen haben die Siegel nicht zuletzt deshalb längst ausgedient.

Sicher ist es aus medizinischen Erwägungen wenig ratsam, sich ausschließlich von Cola und Kartoffelchips zu ernähren. Doch wer sich jeglichen Genuss versagt, nimmt eine Beschneidung seiner Lebensqualität vorauseilend bereitwillig in Kauf. Der eine oder andere Kaffee bringt den Kreislauf in Schwung und schmeckt zudem noch ausgesprochen lecker. Nichts spricht gegen ein Bier nach der Arbeit oder ein Gläschen Wein zum abendlichen Spielfilm im Fernsehen. Ein paar Süßigkeiten müssen dabei nicht zu fehlen. Und was wären ein Kinobesuch ohne die obligatorische Tüte Popcorn und ein Fußballspiel ohne Stadionwurst?

Der weitgehende Verzicht auf leckere Genussmittel macht nicht dauerhaft glücklich. Nicht nur Warnetiketten, sondern auch Lust und Laune sollten die Kaufentscheidungen im Supermarkt bestimmen. Also für den Pausensnack einfach mal wieder zum Schokopudding statt zum Obstsalat greifen, das Leben darf schließlich Spaß machen.

Mardi Gras: Karneval in Amerika

Während in Köln zum Ausklang des Fastelovends der Nubbel brennt, erlebt die amerikanische Version des Karnevals ihren ultimativen Höhepunkt. Epizentrum der ausgelassenen Sause: New Orleans. Am „Fat Tuesday“, dem fettigen Dienstag, verwandelt sich die größte Stadt des US-Bundesstaates Louisianas beim berühmten Mardi Gras in ein wahres Tollhaus.

Auch in New Orleans sind die Jecken los. // Fotos: Pixabay

Besonders das legendäre French Quarter quillt über von Zehntausenden Besuchern, die sich gegenseitig mit extravaganten Kostümen zu übertreffen versuchen. Manche Verkleidungen fallen ein wenig freizügiger aus – kein Problem angesichts der im Februar milden Temperaturen von gut 68 Grad Fahrenheit, umgerechnet angenehme 20 Grad Celsius. Im Zentrum stehen die Paraden mit ihren prächtig geschmückten Wagen – durchaus vergleichbar mit den hiesigen Karnevalsumzügen. Statt Kamelle fliegen bunte Ketten mit Perlen, Süßigkeiten und Kuscheltiere auf die Zuschauer. Nach dem letzten „Zoch“ wird in den Kneipen rund um die Bourbon Street und auf dem offiziellen Abschlussball im Marriott Hotel bis zum Morgengrauen weiter Party gemacht. Am „Ash Wednesday“ ist dann alles vorbei.

Wie der rheinische Karneval blickt das Mardi-Gras-Festival auf eine lange Tradition zurück. Bereits im Jahr 1857 fand in New Orleans die erste Parade statt. Selten ist sie seither ausgefallen, nicht einmal 2005 – nach dem verheerenden Hurrikan Katrina – wollten die Menschen auf ihr Fest verzichten.

Im Mardi Gras kommen – passend zum Schmelztiegel New Orleans – verschiedene Traditionen und Überlieferungen zusammen. Ausgangspunkt waren europäische Fastenbräuche, eingeführt von katholisch geprägten Franzosen. Weitere Einflüsse sind Voodoo-Rituale und indianische Sitten. Verschiedene Musikstile wie Dixieland, Cajun oder Boogie-Woogie begleiten die Festivitäten. Ähnlich wild durcheinander geht es bei den Kostümen: Afroamerikaner verkleiden sich als Indianer, Weiße als Schwarze, Männer als Frauen und umgekehrt. Die Grenzen verschwimmen, jeder darf für eine Nacht sein, wer er sein will.

Die Karnevalsgesellschaften von Louisiana nennen sich Krewes. Sie organisieren alle Veranstaltungen des Mardi Gras. Bereits in den drei Wochen vor dem abschließenden „Fat Tuesday“ ziehen täglich Umzüge durch die Stadt. Nachdem die kreolischen Jecken am fettigen Dienstag kollektiv durchgedreht sind, beginnt auch in New Orleans die Fastenzeit.