83 Tage nach der ersten Mondlandung: So jeck wurden die Astronauten in Köln begrüßt

So berichtete der „EXPRESS“ am 13. Oktober 1969 // Foto: Archiv DuMont

Es war ein kleiner Schritt für die Mondfahrer, aber ein großer für die Kölner: Heute vor exakt 50 Jahren, am 12. Oktober 1969, betraten Neil Armstrong, Edwin E. („Buzz“) Aldrin und Michael Collins auf dem Flughafen Köln/Bonn kurz vor elf Uhr vormittags erstmals gemeinsam deutschen Boden. 83 Tage nachdem Armstrong und Aldrin ihre Füße auf den Mond gesetzt hatten.

Natürlich riefen die Kölner „Kamelle, Kamelle!“, als der Autokorso vom Airport Richtung Altstadt rollte. Und es waren viele Domstädter, die die Weltraumhelden sehen wollten: In ihrem offenen Mercedes 600 gab es für die dauerwinkenden Astronauten zeitweise fast kein Durchkommen mehr. Ihr Ziel: das Alte Rathaus. Dort wollten sie OB Theo Burauen treffen und sich ins Goldene Buch der Stadt eintragen. Grund für den hohen Besuch: Die „Giant Leap World Tour“. Sie führte die Apollo 11-Helden rund um den Globus, um überall von ihrem wegweisenden Abenteuer zu erzählen und sich von der Weltbevölkerung feiern zu lassen.

Für Aldrin und Collins war es nicht der erste Aufenthalt in Deutschland. Vor ihrer Zeit als Astronauten dienten beide auf dem US-amerikanischen Militärflugplatz Bitburg Air Base in der Eifel. Zwei Kinder Aldrins, dem zweiten Mann auf dem Mond, wurden sogar in Bitburg geboren.

Noch schnell zum Bundeskanzler

Zurück nach Köln an diesem Sonntag, dem 12. Oktober: Der Besuch der Mondfahrer in der Domstadt dauerte keine zwei Stunden – denn schnell ging es weiter in die benachbarte Bundeshauptstadt Bonn, wo sie um 12.51 Uhr vor der Beethovenhalle ankamen. Auch dort wurden sie von tausenden Menschen jubelnd begrüßt. Nach dem Austausch von Geschenken (die Astronauten hatten ein Foto von Armstrongs erstem Fußabdruck auf dem Mond mitgebracht) und einem Eintrag ins Goldene Buch, folgte die Mittagspause in einem nahen Hotel. Michael Collins verabschiedete sich an diesem Punkt in Richtung Flughafen, um zu einem Termin in Genua zu fliegen.

Dieses Bild brachte der Kölner Stadt-Anzeiger am 13. Oktober 1969 auf seiner Titelseite // Foto: Archiv DuMont

Um 15 Uhr wurde es für die beiden ersten Männer auf dem Mond dann noch offizieller: Ein Besuch im Kanzleramt stand auf dem Programm. So konnte Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger (CDU) ein letztes Mal sehr ranghohe Gäste empfangen, bevor er sein Amt elf Tage später an Willy Brandt (SPD) abgeben musste. Auch Bundespräsident Gustav Heinemann freute sich anschließend in der wenige hundert Meter entfernten Villa Hammerschmidt über eine Stippvisite der Astronauten. Anschließend kämpften diese sich zu Fuß durch eine große Menschenmenge zur Bundespressekonferenz, um eine Filmzusammenfassung ihrer Mission zu zeigen und Fragen zu beantworten.

 
 

Was Köln außerdem mit der Mondlandung zu tun hat

Neil Armstrong (l.), Michael Collins (m.) und Buzz Aldrin auf ihrem Weg durch Bonn – festgehalten von einem Amateurfotografen // Foto: Rudolf Jochum/Stadtarchiv Bonn

Die Reise von Apollo 11 vor 50 Jahren war natürlich auch in Deutschland ein riesiges Ereignis. In der ARD wurde es durch eine nie dagewesene 27-stündige Live-Sendung begleitet. Auch wenn zeitweise nicht wirklich viel passierte, hingen die Fernsehzuschauer an den Lippen des Moderators Günter Siefarth, dem viele Experten zur Seite saßen.

So konnten schließlich auch hierzulande die ersten Schritte der Menschheit auf dem Erdtrabanten live mitverfolgt werden. Der Sendemarathon der ARD wurde vom WDR in Köln produziert. Man hatte sogar die Mondlandefähre nachgebaut, um die rund 384.000 Kilometer entfernten Abläufe genau erklären zu können. All das geschah im WDR-Studio am Kölner Wallrafplatz unweit des Doms. Heute wird darin das ARD Morgenmagazin produziert. Highlights der legendären Sendung aus dem Sommer 1969 können hier und hier auf YouTube angeschaut werden.

Und dann war da noch die Schmitz Säule: Ein 4,50 Meter hohes gemauertes Denkmal für die Kölner „Ur-Familie“ Schmitz. Sie befindet sich auf dem Platz hinter Groß Sankt Martin in der Altstadt, unweit des Alter Markts. Und da sie 1969 aufgestellt wurde, nahm man gleich noch eine Seite des Denkmals für das Gedenken an die Mondlandung und ihre Helden in Beschlag. Für die Inschrift wurde eigens vom Institut für Weltraumforschung in Bochum ausgerechnet, wie weit Neil Armstrongs erster Fußabdruck auf dem Mond von der Schmitz Säule entfernt ist – nämlich genau 389.994,100 Kilometer.

Teile Dich jeck
1 Antwort

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.