Bekannt wie ein bunter Hund: diese Kölner Tiere sind berühmt und berüchtigt

Das tierreichste Veedel der Stadt? Die bekannteste Fellnase? Wir haben euch die wohl coolsten, tragischsten und kuriosesten Tier-Geschichten Kölns zusammengestellt. Einige Fellnasen sind dadurch Kultstars geworden, andere Glücksbringer. Viel Spaß mit Federvieh und Co…

Das artenreichste Veedel der Stadt ist übrigens Niehl… Mit 11.648 Tieren aus 829 Arten ist dort auf 20 Hektar Fläche einer der stärksten Publikumsmagneten angesiedelt. Etwa eine Million Blattschneiderameisen, die in zwei Völkern im Insektarium des Zoos ihre unermüdliche Arbeit verrichten, wohnen dort. Außerdem ist der 40 Gramm leichte Eisvogel im Park zuhause. Neben den Zoo-Bewohnern können in Niehl seltene Gäste wie der Buntspecht inmitten der Innenhöfe beobachtet werden.

 

Der Zoo, genauer, die einem bergischen Hof nachempfundene Bauernhofanlage, ist ebenso das Zuhause eines Tieres, welches für Köln unverzichtbar geworden ist: der Geißbock Hennes VIII. Er ist das Maskottchen des 1. FC Köln und gilt als das traditionsreichste lebende Maskottchen eines deutschen Profivereins. Am 13. Februar 1950 schenkt die berühmte Zirkusdirektorin Carola Williams dem Trainer Hennes Weisweiler eigentlich aus Scherz einen jungen Ziegenbock, doch schnell entwickelt er sich zum Markenzeichen. Heutzutage ist Hennes, beziehungsweise seine Nachfolger (Vorsicht: nicht Nachfahren), nicht mehr aus Köln, seiner Mannschaft und dem Zoo wegzudenken.

Der Schimpanse Petermann wurde in den 50ern berühmt. //Foto: imago

Ein tragisches (Lebens-) Ende nahm das Dasein von Schimpansenmännchen Petermann. Der dressierte Affe erlangte in den Nachkriegsjahren Ruhm. Er konnte mit Besteck essen, Fahrradfahren und sorgte mit Auftritten in Gardeuniform oder Lederhosen für Heiterkeit beim Publikum. Als Werbetier für den Kölner Zoo musste Petermann einiges über sich ergehen lassen. Er wurde von Menschen aufgezogen und durch seinen steten Kontakt zu ebensolchen war der Affe bald so desozialisiert, dass er nicht mehr in eine Gruppe mit Artgenossen eingegliedert werden konnte. Nur das ebenfalls sehr auf Menschen fokussierte Schimpansenweibchen Susi blieb, um ihm Gesellschaft zu leisten. Mit dieser versuchte er eines Tages die Flucht, als ein Wärter vergas, die Gehegetür richtig zu schließen. Das Affenpärchen überwältigte den Pfleger und traf danach auf den Direktor Gunther Nogge. Ihn griffen sie ebenso brutal an. Der Direktor stellte sich tot, die Affen ließen von ihm ab und flohen weiter. Noch auf dem Zoogelände wurde der schwer verhaltensgestörte Petermann erschossen. Seine Freundin Susi versteckte sich bei einer Anwohnerin in unmittelbarer Nähe des Zoos ehe sie dort ebenfalls zur Strecke gebracht wurde. Für manche Kölner ist er ein Freiheitskämpfer und Rebell.

Natürlich gibt es auch im Rhein tierische Schlagzeilen. Für viel Aufsehen sorgte beispielsweise 1966 ein Beluga- oder Weißwal, der sich in den Rhein verirrte. Wohin der Gute unterwegs war, konnte man nur mutmaßen, er schaute sich vom Wasser aus jedenfalls unseren schönen Strom bis hinter Bonn an – dafür wurde eine Bundespressekonferenz unterbrochen. Von da schwamm er zurück bis ins holländische Meer und fand hoffentlich seinen Weg in den eigentlichen natürlichen Lebensraum: die Arktis. Wie der Wal überhaupt in den Rhein kam? Ein Schiff, welches das Tier von der Arktis bis in einen Zoo nach England bringen sollte, ist auf seinem Weg gekentert. Der Wal nutze die Gunst der Stunde zur Flucht. Er wurde von den Rheinländern alsbald Moby Dick getauft.

Leider ausgeflogen ist ein kölsches Tier, was in den Sechzigern und Siebzigern aktuell ist. Der sogenannte Spatz vom Wallraffplatz. Der freche Protagonist der Kinderserie – übrigens mit Berliner Vorfahren – nistet in einem Nest aus Müll auf einer Plantane am Kölner Wallraffplatz. Von dort fliegt der kleine Vogel zu interessanten Orten oder Menschen und nimmt diese stellvertretend für die Kinder unter die Lupe. Armin Maiwald und Puppenspieler Rudolf Fischer haben das kleine Kerlchen erfunden. Fischer lieh ihm auch seine Stimme.

Der Erfinder des Spatzes vom Wallraffplatz Armin Maiwald ruft 1971 eine weitere Kindersendung und damit eine Tiergruppe ins Leben, die Kultstatus erlangt. Die Lach- und Sachgeschichten, später Sendung mit der Maus genannt, mit Maus, Elefant, Maulwurf und Ente sind aus Köln und dem WDR nicht mehr wegzudenken.

Ein großer, lauter und ungewöhnlich bunter Schwarm ist täglich über den Baumwipfeln Kölns unterwegs. Am Rheinufer gegenüber des Musical Dome treffen sich jeden Abend auf einer Plantane über 2.000 Halsbandsittiche. Es ist ihr Schlafplatz und Heimatbaum. Dort wird geflirtet, gezankt, sich gepaart…und natürlich geschlafen. Morgens schwärmen die Papageien in alle Himmelsrichtungen auf festen Routen aus. Nach Rodenkirchen, zum Zoo, Melaten-Friedhof oder nach Höhenhaus fliegt das ursprünglich in Afrika oder Asien beheimatete Federvieh. Seit 1969 werden die Halsbandsittiche in Köln beobachtet und waren damit die ersten in Deutschland.

Nicht zu vergessen sind all die süßen Tierbabys, die regelmäßig im Kölner Zoo geboren werden und für Aufsehen sorgen. Ob Elefantenkinder oder Seelöwen, jüngst der Flusspferdjunge oder die Leopardenbabys. Auch Moorschnucken-Lämmer gibt es aktuell zu bestaunen. Bis es in der Domstadt die nächste jecke Tiergeschichte gibt, ist es also nur eine Frage der Zeit.

 

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