Wenn der Imi jeck wird

Sehr viele der rund 1,1 Millionen Kölner wurden gar nicht hier geboren, sondern sind zugezogen. Rund 415.000 Bewohner haben sogar einen Migrationshintergrund. Der Ur-Kölsche nennt solche Mitmenschen – egal, ob sie ursprünglich aus dem Ausland oder aus Düsseldorf stammen –  liebevoll „Imi“. Nicht nur für aber von Imis gibt es seit daher seit einigen Jahren die Immisitzung in der Südstadt. Doch im Gegensatz zum üblichen Sitzungskarneval sticht sie aus der Masse klar heraus. Denn: Das zweite „m“ in Immisitzung bezieht sich auf Immigranten. Passend dazu ist auch das Motto gewählt: „Jede Jeck is von woanders.“

Im Jahr 2010 wurde die Sitzung von einer Gruppe aus Musikern, Schauspielern sowie Produzenten ins Leben gerufen – alle mit Migrationshintergrund. Sie wollten eine kulturell facettenreiche Karnevalssitzung kreieren. Das Ziel ist die Förderung der Integration von Imis im kölschen Fastelovend.

Die Darsteller führen während der Sitzung verschiedene Sketche auf. //Foto: Jassin Eghbal

Ein rund 20-köpfiges Ensemble führt seither jedes Jahr durch die knapp dreistündige Sitzung, deren Programm aus Moderationen, Liedern, Gags und Sketchen besteht. Wer sich auf Büttenreden, kölsche Karnevalsbands und einen Elferrat freut, ist hier gänzlich fehl am Platz.

Neben gesellschaftskritischen und politischen Sketchen performen die Darsteller selbstkomponierte Songs oder umgetextete Cover-Versionen bekannter Lieder – das alles in Deutsch, Kölsch oder der Muttersprache der Darsteller. Und immer wird sich kritisch aber witzig mit dem Alltag von Nicht-Kölnern und Nicht-Deutschen auseinandergesetzt.

Insgesamt 22 Mal wird die Immisitzung 2019 zwischen dem 17. Januar und 5. März 2019 aufgeführt. Mittlerweile gilt sie vielen als beste Alternative für die ständig ausverkaufte Stunksitzung. Veranstaltungsort ist das Bürgerhaus Stollwerck (Dreikönigenstraße 23, 50678 Köln).

Neugierig geworden? Karten für eine der Immisitzungen könnt ihr hier kaufen.

Titelfoto: Jassin Eghbal 

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