Trotzdem Alaaf! Der abgesagte Rosenmontag

„Der Rosenmontagszug fällt aus!“ 1991 waren Kölner Jecke wie vor die Perücke geschlagen. Kein Zoch wegen des Irak-Kriegs? Eine Lösung musste her. Und die fand sich – auf kölsche Art. Spontan und etwas chaotisch zogen am höchsten Kölner Feiertag inoffizielle Umzüge durch die Innenstadt – als Demonstrationen für den Frieden und den Karneval.

„Trotzdem Alaaf 1991-2017“ heißt eine Ausstellung des Stadtmuseums, die noch bis zum 25. März zu sehen ist und die Ereignisse von damals mit vielen Fotos, Ausstellungsstücken, Geschichten und Filmen beleuchtet. Die damalige Situation war so skurril wie „normal“, so bunt wie schwarz. Denn: Viele Teilnehmer demonstrierten tatsächlich gegen den Krieg im Irak und in Kuwait, in den sich die USA kurz zuvor eingeschaltet hatten.

Titelfoto der Ausstellung „Trotzdem Alaaf“ // Foto: Bernhard D. Sanders. // Foto im Kopf: Anna Lingscheid
Tote mit Narrenkappen

Dennoch legten viele Teilnehmer eine wilde Mischung an den Tag, schließlich ging es auch um den Karneval. „US-Soldaten“ hatten zusätzlich de decke Trumm im Gepäck, „Skelette“ trugen Narrenkappen, Lappenclowns hielten Anti-Kriegs-Plakate hoch. Als sich all die kleinen Grüppchen dann auch noch im teils dichten Schneetreiben auf der Straße vermischten, war das jecke Chaos perfekt. Viele wussten nicht einmal, wo genau es lang ging. Die eilig hin gekritzelten Pläne des Zugwegs sind neben 89 Fotografien, meistens in schwarz-weiß, ebenfalls in der Ausstellung zu sehen.

Doch „Trotzdem Alaaf 1991-2017“ dreht sich, wie der Titel bereits vermuten lässt, nicht ausschließlich um diesen denkwürdigen Kölner Rosenmontag im Schatten des Irak-Krieges. Vielmehr haben die Macher die Fotos von damals aktuellen Bildern aus dem vergangenen Jahr gegenübergestellt. 2017 hing bekanntlich das Damoklesschwert „Terrorgefahr“ über den Jecken. Wenn der Zoch auch einer Absage entging, waren doch sehr viele Sicherheitskräfte vor Ort, was für manches denkwürdige Bild sorgte.

Als dritter Aspekt zeigen Fotografien aus den Jahren 1946-1949, wie der Karneval im fast vollständig ausgebombten Köln so langsam aber sicher wieder Fuß fassen konnte.

Öffnungszeiten, Eintrittspreise und alle weiteren Infos zu „Trotzdem Alaaf!“ -> klick hier.

Sonderveranstaltungen im Rahmen der Ausstellung

Donnerstag, 1. März, 19.30 Uhr
Gesprächsführung des studentischen Infoteams mit anschließendem Kölsch

Dienstag, 20. März, 18 Uhr
Abendführung

Samstag, 24. März,  14 Uhr
Kuratorenführung durch die Ausstellung mit Eusebius Wirdeier, DGPh

Sonntag, 25. März, 14 Uhr
Künstlergespräch mit beteiligten Fotografinnen und Fotografen und Finissage der Ausstellung

Sonntag, 25. März, 14 bis 17 Uhr
Kuratorenführung und Künstlergespräch, Schlussveranstaltung

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