Die besten Songs für Dein Veedel

Veedel, das: Ein kleiner Teil der Stadt, in der Regel die unmittelbare Umgebung, in der jemand wohnt – unabhängig von den offiziellen Grenzen eines Stadtteils. So beschreibt Wikipedia ganz nüchtern den Nicht-Kölnern die kölsche Interpretation eines Stadtviertels. Seine Bedeutung kennt jeder, der in der Domstadt zuhause ist. Es ist Heimat und Lebensmittelpunkt. Dort hast du deine Stammkneipe, deinen Bäcker und dein Büdchen, in dem du sonntags deine Milch kaufst. „En unserem Veedel stonn mer zesamme“ sangen die Bläck Fööss erstmals vor 44 Jahren – und das gilt auch heute noch. Das Lied entstand am 7. Mai 1973 in der Ringschänke am Karolingering. Und es ist bis heute DAS Veedel-Lied für alle Kölner, das Gänsehaut und Herzflattern garantiert. Etwas unter gehen dabei manchmal die durchaus kritischen Töne des Songs zur Stadtentwicklung. Ähnliche Sorgen griffen Kasalla in diesem Jahr mit ihrem „Dat Veedel dat fählt“ auf.

Liebeserklärung an die Stadt

New York?! Ja, macht Sinn: Auf die Hymne an den Big Apple von Alicia Keys textete Carolin Kebekus ihren Veedel-Song „Köln Porz“. // Fotos: Schmülgen, Kohlenberg

Es gibt wohl über kaum eine Stadt so viele Lieder wie über Köln. Und in jeder Session kommen weitere dazu. Die meisten sind wahre, wenn auch teils kritische Liebeserklärungen an die Stadt am Rhing. Daneben hat so mancher Bezirk inzwischen seine ganz eigene Hymne. Wohnst du in Bickendorf? Dann ist das „Bickendorfer Büdche“ von der Mutter aller kölschen Bands, den Bläck Fööss, dein Song. Wie inzwischen bekannt ist, steht das gemeinte Büdchen allerdings gar nicht in Bickendorf, sondern vielmehr in Rath, in der Nähe von Bandmitglied Erry Stoklosas Zuhause. Dennoch ist das Lied ein Muss für alle Veedels-Fründe. Wenn du aus der nördlichen Innenstadt kommst, greifst du dagegen zu „Am Eigelstein es Musik“. Das Lied der Räuber über Tanz und Party ist eingängig, da kommt „us Nippes sujar Onkel Hein“. Einen etwas anderen Veedel-Song präsentierte Carolin Kebekus 2011 mit „Köln Porz“. Ihre raue und nicht ganz ernst gemeinte Liebeserklärung an den Stadtteil singt sie zu der Melodie der NewYork-Hymne „Empire State of Mind“ von Alicia Keys.

Kölsch-Song als Nationalhymne

Ebenfalls in das rechtsrheinische Köln führt dich die Liedzeile „Mem Müllemer Böötche fahre mer su jän“ – Das Karnevalslied von Karl Berbuer entstand 1936 und erzählt eigentlich von der Schiffstour einer Männergesellschaft. Im Refrain besingt es jedoch zudem eine Fährverbindung zwischen den Rheinseiten, die mit der ersten Schiffsbrücke 1888 überflüssig wurde. Einmal wurde es sogar zur Nationalhymne erkoren. Als Bundeskanzler Konrad Adenauer nach dem Zweiten Weltkrieg in den USA empfangen wurde, spielten sie Berbuers „Heidewitzka, Herr Kapitän“ zur Begrüßung, weil Deutschland noch keine Nationalhymne hatte. Bekannt sind dir mit Sicherheit außerdem „die uss d’r Spillmannsgass“ und natürlich die „Kayjass Nummero Null“. Mit letzterem Lied ehrten „Die drei Laachduuve“ den Lehrer Heinrich Welsch, der sich für benachteiligte Arbeiterkinder einsetzte. Anders als im Song lehrte er allerdings nicht in der Kaygasse am Großen Griechenmarkt, sondern an einer „Hilfsschule“ in Kalk.

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