Mardi Gras: Karneval in Amerika

Während in Köln zum Ausklang des Fastelovends der Nubbel brennt, erlebt die amerikanische Version des Karnevals ihren ultimativen Höhepunkt. Epizentrum der ausgelassenen Sause: New Orleans. Am „Fat Tuesday“, dem fettigen Dienstag, verwandelt sich die größte Stadt des US-Bundesstaates Louisianas beim berühmten Mardi Gras in ein wahres Tollhaus.

Auch in New Orleans sind die Jecken los. // Fotos: Pixabay

Besonders das legendäre French Quarter quillt über von Zehntausenden Besuchern, die sich gegenseitig mit extravaganten Kostümen zu übertreffen versuchen. Manche Verkleidungen fallen ein wenig freizügiger aus – kein Problem angesichts der im Februar milden Temperaturen von gut 68 Grad Fahrenheit, umgerechnet angenehme 20 Grad Celsius. Im Zentrum stehen die Paraden mit ihren prächtig geschmückten Wagen – durchaus vergleichbar mit den hiesigen Karnevalsumzügen. Statt Kamelle fliegen bunte Ketten mit Perlen, Süßigkeiten und Kuscheltiere auf die Zuschauer. Nach dem letzten „Zoch“ wird in den Kneipen rund um die Bourbon Street und auf dem offiziellen Abschlussball im Marriott Hotel bis zum Morgengrauen weiter Party gemacht. Am „Ash Wednesday“ ist dann alles vorbei.

Wie der rheinische Karneval blickt das Mardi-Gras-Festival auf eine lange Tradition zurück. Bereits im Jahr 1857 fand in New Orleans die erste Parade statt. Selten ist sie seither ausgefallen, nicht einmal 2005 – nach dem verheerenden Hurrikan Katrina – wollten die Menschen auf ihr Fest verzichten.

Im Mardi Gras kommen – passend zum Schmelztiegel New Orleans – verschiedene Traditionen und Überlieferungen zusammen. Ausgangspunkt waren europäische Fastenbräuche, eingeführt von katholisch geprägten Franzosen. Weitere Einflüsse sind Voodoo-Rituale und indianische Sitten. Verschiedene Musikstile wie Dixieland, Cajun oder Boogie-Woogie begleiten die Festivitäten. Ähnlich wild durcheinander geht es bei den Kostümen: Afroamerikaner verkleiden sich als Indianer, Weiße als Schwarze, Männer als Frauen und umgekehrt. Die Grenzen verschwimmen, jeder darf für eine Nacht sein, wer er sein will.

Die Karnevalsgesellschaften von Louisiana nennen sich Krewes. Sie organisieren alle Veranstaltungen des Mardi Gras. Bereits in den drei Wochen vor dem abschließenden „Fat Tuesday“ ziehen täglich Umzüge durch die Stadt. Nachdem die kreolischen Jecken am fettigen Dienstag kollektiv durchgedreht sind, beginnt auch in New Orleans die Fastenzeit.

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