Jeck ins Gespräch kommen

Ja, flirten ist erlaubt. Vor allem an Karneval. Im gegenseitigen Einverständnis geht es an den jecken Tagen etwas lockerer zu. So wird mehr oder weniger züchtig jebützt und geschäkert, was das Zeug hält. Fremde Menschen liegen sich schunkelnd in den Armen zu herzerweichenden kölschen Tön. Der durchschnittliche Jeck entdeckt dann plötzlich den Südstadt-Casanova-Charme in sich, den er sonst das ganze Jahr über hervorragend zu verstecken weiß.

Wer bütze will, muss kreativ sein! // Foto: Thilo Schmülgen

Aber wie mit der Anvisierten ins Gespräch kommen? Viele Herren versuchen es mit einem flotten Spruch auf den Lippen. Ganz ehrlich – die meisten Anmachen sind ziemlich platt, mit etwas Humor jedoch meist schon schlecht genug, um doch noch ein paar Lacher zu provozieren. „Glaubst du an Liebe auf den ersten Blick oder soll ich nochmal reinkommen?“ oder „Hat es eigentlich wehgetan, als du vom Himmel gefallen bist?“. Zu plump sollte es aber nicht werden, denn dann dreht die holde Maid direkt ab und zeigt die kalte Schulter. „Hey Schnitte, schon belegt?“ oder „Ich bin so schlecht im Bett, das musst du erlebt haben“ dürften eher selten zum Erfolg führen.

Deutlich besser kommt es bei den Närrinnen an, wenn der Einstieg etwas kreativer ausfällt. Bei einer Anspielung auf das Kostüm beispielsweise schließt die Jecke darauf, dass der Herr sie wirklich angesehen hat. Sie fühlt sich bewusst angesprochen und nicht nur als eine unter vielen. Galant kann ebenso eine spontane Einbindung ins Gespräch sein. Einfach beim Quatschen mit den Kumpels umdrehen und sagen: „Ich brauche mal kurz eine weibliche Meinung.“ Welche Dame möchte da nicht hilfsbereit sein?

Ebenso andersrum bedarf es einiger Mühen, auch wenn Frauen selten so platt flirten wie Männer. Eine Smalltalk-Frage zu Beginn vielleicht: „Wie fühlt man sich, wenn man der einzige vernünftige Mann im Raum ist?“ oder „Denkst du, wir haben vielleicht einen gemeinsamen Freund, der uns einander vorstellen könnte?“ Je nach Temperament der Närrin bietet sich vielleicht folgendes für den Traumprinzen an: „Entschuldige, ich möchte dich nicht dumm anmachen, aber ich hätte nichts dagegen, wenn du es tust.“

Wirksam sind zudem Sprüche, die er oder sie nicht schon zigfach gehört hat. Etwas Neues oder Überraschendes zieht immer. Für den mutigen Herrn zum Beispiel so: Er: „Na, willste was trinken?“ Sie: „Ja, gerne – ein Kölsch.“ Er: „Klasse, dann bring mir eins mit.” Selbst wenn Mann damit in die Machofalle tappen kann, wird sie im ersten Moment baff sein. Und frei nach dem Motto „Karnevalsliebe stirbt zur Fastenzeit“ ist an Aschermittwoch ja zum Glück alles vorbei – und hoffentlich vergessen.

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